Kiesabbau zerstört Natur

Vor einigen Wochen wanderte ich von Mellau auf die Kanisfluh. Ich ging links von der Bergbahn in ein Waldstück und bergwärts zur Alpe Hofstätten. Nach einigen Metern im Wald erschrak ich. Vom Dorf oder von der Straße ist es nicht ersichtlich. Es schlängelt sich eine ca. fünf Meter breite Schotterstrecke in Serpentinen bergwärts. Kein Grashälmchen wächst dort. Nach einigen Kurven hörte ich von oben Maschinen­lärm und Stimmen. Ich frage mich, was diese für Lkw und große Traktoren komfortable Straße mitten in dieser Landschaft soll? Ich floh von dieser Piste auf einen Waldweg bergwärts. Nach der Hofstätten-Alpe hatte ich sogar das Glück, eine Steinbockpopulation zu erspähen. Diese Tiere werden das Gebiet in Zukunft meiden. Ist die Schotterstraße schon die Vorbereitung für noch schlimmere Maßnahmen, die die Natur zerstören? Wirtschaftstreibende hatten und haben noch nie das Naturwohl im Sinne, nur Gewinnmaximierung. Steinbrüche sind immer eine Wunde in der Natur. Ich schlage dem Land und den Kiesbetreibern vor, den Rheindamm in den Bodensee, der, wie nun bekannt ist, sinnlos bis zum Geht-nicht-mehr ist, abzubauen und eine Lösung zu finden, damit die Kiesbetreiber im Land so zu ihrer Ware kommen. Trotz vermehrter Fahrten immer noch besser, als die Zerstörung der Natur.

Peter Stadelmann,
Franz-Michael-Felderstraße, Bregenz

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VN Leserbrief

Kiesabbau am Steinbruch ­Fritztobel

An alle Gegner des Steinbruchs Kanisfluh: Mehr als 30 Jahre wohne ich im Einzugsgebiet des Fritztobel-Steinbruchs in Rankweil. Dort gibt es ein tägliches Aufkommen von mehr als 300 Lkw. Damals waren es ca. zehn bis 15 Lkw. Nun muss die Ringstraße erneuert und erweitert werden. Einer der Hauptgründe ist der zunehmend wachsende Lkw-Verkehr für den Kiesabbau. In diesem Lkw-Verkehr befinden sich auch Lkw aus Liechtenstein, der Schweiz und Deutschland, welche ihre Kiesladungen in ihre Länder bringen. Wöchentliche Steinbruchsprengungen lassen die Häuser im Umkreis von Minimum fünf Kilometern wie bei Erdbeben erzittern. Auf meine Nachfrage bei der zuständigen Firma erhielt ich die Antwort, es handle sich um Schallwellen. Auf Nachfrage bei der Bezirkshauptmannschaft Feldkirch, wer hier für etwaige Schäden an den Häusern aufkommen werde, erhielt ich keine Antwort. Eine weitere Frage erging an eine der Parteien im Gemeinderat: Welche Rechte können wir als Anrainer gegen diesen Steinbruch einbringen? Antwort: Leider keine, da die Abbaubewilligungen für jeweils 15 Jahre von der Gemeinde erteilt werden. So viel zum Kiesabbau und den Folgen für die Anrainer. Diese Zeilen dienen als Beispiel, denn so stelle ich mir auch den Kiesabbau und die daraus resultierenden Folgen an der Kanisfluh vor.

Bernhard Schuler,
Alemannenstrasse, Rankweil

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VN Leserbrief

Drei Stimmen – Ein Auftrag – DIE Lösung

Die Baggerboys haben erneut und erfolgreich gebaggert! Ging es beim ersten Auftrag „Geäle Bagger“ um die erfolgreiche Suche nach den Schuldigen des größten Vorarlberger Müll-Skandals, so bieten die Baggerboys bei der geplanten Wälder-Kiesabbaustelle Kanisfluh eine kreative, überregionale Lösung, ganz nach dem Motto: Die Baggerboys bringen Steine ins Rollen.

Kanisfluh
T&M: Die Baggerboys (Nußbaumer, Verocai, Troy)

A jeda wo mit offnom Oug im Would spaziero goht,
der siaht wia z’meattoscht dean an Berg gonz gspässig1 ussarstoht.
A elendshohe Schrofowond2 wo nünz as Platz vorspeert,
wo Löuolo3 bloß abarkond und Schneapfo d’Sicht vorwehrt.
Wenn däna Berg eatz klinnor wär, denn tät as niamend weh,
drum hettod meor, die Baggerboys, a zündende Idee:

Meor baggarot dor Kanisfluah dor Sockol uafach weg,
und füllod uf und scharrod zuo denn mit dom Häusle Dreck.
Do Vortol sieht a jeda bold, wo nüd gonz bliad4 und dumm:
/: do Dreck vom Land und Stüoh vom Would,
do toand meor gad riebum5. :/

s’Projekt vo’r Wäldar Gondolbahn, weard ou no integriert,
dass Dorobearo-Bödele-Bersbua se gweaß rentiert.
A jedam End do but ma a paar Metar no dorzuo,
denn goht’s vom „Lust’nou-Häusle-Berg“ bis „Schneapfo-Kanisfluh“.
A jede zweito Gondol transportiert denn ohne Müah,
iewarts do Häusle-Dreck – und usse d’Wäldar Stüoh.

Meor baggarot dor Kanisfluah dor Sockol uafach weg …

Verkehr-, und Dreck- und Stüohproblem sand glöst bo’r Kanisfluah,
drum künntod ma dor Optik z’liab, gad ou no wichtigs tua.
A glatt polierte Ussowond, das wär doch wearkle ‚cool’,
drum sprengt ma weg was ussestoht, zum Bispiel dia ’Wirmsul’ 6.
Und alls was döta abefallt, dia Stüoh, der gonze Dreck,
das niaht a Firma ummasus und ungep-RÜF-t aweck.

1gspässig – seltsam
2Schrofowond – Felsenwand
3Löuolo – Lawinen
4bliad – blind
5riebum (tuo) – gleichwertig tauschen
6Wirmsul – Wirmsäule (am Nordhang der Kanisfluh separat stehende Säule)

© Baggerboys; August 2017

Text & Musik: Die Baggerboys George Nussbaumer, Wolfgang Verocai, Ulli Troy
Recording:  George Nussbaumer & Wolfgang Verocai
Mix:  Wolfgang Verocai & Tommy Schobel
Mastering:  Tommy Schobel 
Kamera & Schnitt: Philipp Moosbrugger

Freier Download auf www.baggerboys.at
Der Download ist kostenlos, aber die Lebenshilfe Bregenzerwald würde sich über eine kleine Spende sehr freuen.

Der Maler und sein Motiv

Als gebürtiger Mellauer verfolge ich mit großer Besorgnis die Entwicklungen rund um den geplanten Kies- und Gesteinsabbau am Fuße der Kanisfluh. Der Gedanke an eine derartige Verwüstung dieser Landschaftsidylle ist für mich unerträglich. Das Anrecht der Bevölkerung auf ein intaktes Naherholungsgebiet und auf den Erhalt einer bisher ­glücklicherweise unverschandelt gebliebenen, schönen Naturlandschaft sollte über individuellen Geschäftsinteressen stehen!

Ich möchte in diesem Zusammenhang den bekannten Mellauer Künstler und ­Hochschulprofessor Hubert Dietrich (1930–2006) zitieren, für den dieser imposante Berg ein beliebtes Motiv gewesen ist: „Ich musste die Erfahrung machen, dass Motive etwas ungeheuer Bedrohtes sind. Als einziges, ganz gesichertes Motiv sehe ich die Kanisfluh an. Ich glaube, es würden alle Mellauer auf die Barrikaden gehen, wenn es technisch möglich wäre, sie zu entfernen und dieses Vorhaben auch ausgeführt werden sollte.“ [Dietrich, ­Margarete: Hubert Dietrich. Die Liebe zur sichtbaren Welt, Bregenz: Vorarlberg Museum, 2016, S. 10].

Leider hat sich der Künstler in seiner ­Einschätzung geirrt. Wenn auch die Kanisfluh durch das geplante Vorhaben nicht entfernt werden würde, so hinterließe dieser Eingriff doch für Jahrzehnte eine hässlich klaffende „Wunde“.

Wolfgang Felder,
Dornbirn

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NEUE Leserbrief

 

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Alpine Landwirtschaft, Tourismus und Naturschutz

Alpine Landwirtschaft, Tourismus und Schutz der Natur müssen sich nicht ausschließen. Im Gegenteil.Die Alpenkonvention ist ein internationales Übereinkommen zum Schutz des Alpenraumes. Auch Österreich hat diesen Vertrag unterschrieben und hat derzeit den Vorsitz. Vielleicht nehmen wir uns jetzt bei der Kanis einfach mal die Zeit all die Möglichkeiten anzuschauen.

Österreich übernimmt den Vorsitz der Alpenkonvention

Schützen und nützen: Bei der XIV. Alpenkonferenz am 13.10.2016 in Grassau/Bayern übernimmt Österreich den Vorsitz der Alpenkonvention für die nächsten zwei Jahre.

Bundesminister Andrä Rupprechter stellt den österreichischen Vorsitz unter das Motto „Schützen und Nützen“. „Schutz und Entwicklung müssen Hand in Hand gehen. Wir wollen die reichhaltigen Naturschätze der Alpen bewahren und gleichzeitig das Gebiet verantwortungsbewusst wirtschaftlich nützen um den Alpenraum lebenswert zu erhalten“, betont Rupprechter.

Rupprechter dankt der deutschen Umweltministerin Barbara Hendricks für das große Engagement in den letzten beiden Jahren. „Unter dem deutschen Vorsitz wurden viele Akzente gesetzt und Brücken gebaut. Wir wollen diesen erfolgreichen Weg fortsetzen und den Alpenraum nachhaltig weiterentwickeln“, erklärt Rupprechter.

Das Programm des österreichischen Vorsitzes wird am 4. November 2016 in Salzburg präsentiert. Dabei wird auch das 25jährige Jubiläum der Unterzeichnung der Alpenkonvention gefeiert.

Das Übereinkommen zum Schutz der Alpen (Alpenkonvention) ist ein internationales Abkommen zwischen den Alpenländern (Deutschland, Frankreich, Italien, Liechtenstein, Monaco, Österreich, Schweiz und Slowenien) sowie der EU für eine nachhaltige Entwicklung und den Schutz der Alpen. Das Übereinkommen wurde am 7. November 1991 unterzeichnet und ist seit März 1995 in Kraft.

Die Umsetzung wird begleitet von insgesamt neun Protokollen zu den Bereichen Berglandwirtschaft, Raumplanung, Naturschutz, Bergwald, Tourismus, Energie, Bodenschutz, Verkehr und dem Streitbeilegungsprotokoll.

Der Sitz des Ständigen Sekretariates der Alpenkonvention ist in Innsbruck. Als Generalsekretär wurde der Österreicher Markus Reiterer bestätigt.

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Die Top 10 der schönsten Berggipfel in Vorarlberg

Antenne Vorarlberg hat die 10 schönsten Berggipfel gesucht – die Zuhörer haben fleißig abgestimmt und viele Vorschläge geschickt.

Platz 1: Kanisfluh

Und Ihre Nummer 1 ist der Gipfel der Kanisfluh. Das Gipfelkreuz steht hier auf 2.044 Meter und der Gipfel ist auch für ungeübte Wanderer gut zu erreichen. Ein Highlight ist der Sonnenaufgang auf der Kanisfluh. Den Berggipfel der Kanisfluh haben Sie auf Platz 1 gewählt und somit ist er der schönste Berggipfel in Vorarlberg!

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Antenne Vorarlberg Bericht

Kanisfluh gehört unter Naturschutz

Brief an Umweltlandesrat Schwärzler: Als Teilnehmerin des VN-Stammtisches in Schnepfau anlässlich des geplanten Kieswerks im Vorsäß Enge-Kanisfluh möchte ich mich schriftlich auf die Seite der „Verhinderer“ stellen. Als Frau des Malers Hubert Dietrich aus Mellau hatte ich seit 1959 Gelegenheit, das Wachstum des Steinbruchs im Mellautal und die durch ihn verursachten Schäden zu beobachten, ebenso den durch Sprengung verunstalteten Abhang zwischen dem Schwarzenberger Bahnhof und der Müllhalde Sporenegg. Solche Zerstörungen der Landschaft können in 100 Jahren nicht heilen. Wie Hermann Kaufmann sagte, ist nun aber die Kanisfluh ein ganz besonderer Berg. Jedem Bewohner der umliegenden Dörfer ist er wie ein Teil der eigenen Person, sie ist sein Stolz, sie ist ein Teil seines Selbstbewusstseins. Niemand verletzt sich gern selbst. Ich bitte Sie, als Umweltlandesrat dafür zu sorgen, dass das Ansuchen um Naturschutz für das ganze Bergmassiv positiv erledigt wird. Seien Sie politischer Vertreter nicht nur derer, die Arbeitsplätze zu vergeben haben, sondern auch der Bürger, die ein Bewusstsein haben für die lebendige Natur und eine unzerstörte Landschaft. Das Vorsäß Enge ist ein beliebtes Ziel für Spaziergänger, Läufer, Radfahrer und Skifahrer. Durch Industriebauten, Sprengung und Zerkleinerung von Gestein und ununterbrochen eingesetzte Lastwagen wäre ein jetzt idyllischer Ort vernichtet.

Annette Dietrich,
Maurer Langegasse, Wien

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VN Leserbrief