Kritik bei Behördenverfahren zu Kiesabbau in Au

Das Behördenverfahren zum geplanten Kiesabbau der Firma Rüf in Au ist am vergangenen Donnerstag durchgeführt worden. Kritik gibt es an möglichen Auswirkungen auf den Auwald. Die Betreiber sind optimistisch, die Gemeinde unterstützt das Vorhaben.

Beim Behördenverfahren habe es durchaus kritische Töne gegeben, so Anna Waibel von der Naturschutzanwaltschaft Vorarlberg. Die Sachverständigenseite habe vor allem ins Treffen geführt, dass der Kiesabbau Auswirkungen auf den Auwald entlang der Bregenzerach haben könnte. Dabei handle es sich um „einen der bedrohtesten und artenreichsten Lebensräume, die wir in Vorarlberg haben“, so Waibel. Betroffen sei der Auwald im Bereich der Zufahrt und auch im Bereich des geplanten Kiesabbaus.

Gemeindechef: Ersatzflächen stehen bereit

Laut Bürgermeister Andreas Simma könnten dem Projekt zwischen 1.000 und 2.000 Quadratmeter Auwald zum Opfer fallen, der größte Teil bleibe aber unberührt. Außerdem würden Ersatzflächen angeboten – und zwar gleich neben dem Baufeld. Simma lässt an seiner Unterstützung keinen Zweifel: „Die Gemeinde trägt das Projekt mit.“ Der Kiesabbau in Au habe sich bei der Variantenprüfung als beste Variante herausgestellt.

Erreichbar wäre die Abbaustelle über die Bregenzerach über eine mobile Brücke, die kurzfristig wieder abgebaut werden kann. Neben der neuen Kieshalde soll auch ein Kies-Lagerplatz errichtet werden. Das Problem beim Lagerplatz sei, dass damit ein komplett neuer Landschaftsbereich erschlossen werde, sagt Waibel. Sie will jetzt die noch ausstehenden Gutachten abwarten, dann werde die Naturschutzanwaltschaft ihre abschließende Stellungnahme formulieren.

100.000 Kubikmeter Kies erwartet

Bei der Firma Rüf ist man optimistisch, bald mit dem Kiesabbau beginnen zu können, sagt Pressesprecher Martin Dechant. Beim Unternehmen erwartet man sich rund 100.000 Kubikmeter Kies. Mit dieser Menge könne der Bedarf für maximal sechs Jahre gedeckt werden, so Dechant. Danach brauche es eine langfristige Lösung. Derzeit muss das Unternehmen den Bedarf über große Kiesimporte abdecken.

Quelle

Bericht ORF.AT

Kein Kieswerk der Gebrüder Rüf an der Kanisfluh

Die Gebrüder Rüf planen nicht mehr, an der Kanisfluh ein Kieswerk zu betreiben. Der dementsprechende Antrag bei der Bezirkshauptmannschaft zurückgezogen. Dies bestätigt Rüf-Sprecher Martin Dechant auf VOL.AT-Anfrage. Der Antrag für ein Kies-Abbaugebiet am Fuße der Kanisfluh habe man zurückgezogen und werde nicht weiter verfolgt.

Alternative auf sechs Jahre

Als Alternative habe man sich nach intensiven Prüfungen für den Standort “Unter Argenstein” entschieden. Hier wäre nach Rücksprache mit den Behörden der Abbau von gut 100.000 Kubikmeter Kies möglich. Für den Abbau und die nachfolgende Rekultivierung schlage man auf fünf bis sechs Jahre an, erklärt Rüf.

11 Standorte untersucht

Insgesamt 11 Standorte zwischen Schröcken und Bregenz habe man im Zuge der Alternativenprüfung für einen möglichen Kiesabbau beleuchtet. Der Standort “Unter Argenstein” liege direkt neben der Firmenzentrale, Vorbesprechungen mit der Gemeinde Au und der Bezirkshauptmannschaft Bregenz hätten bereits stattgefunden.

Standort in Au

Die Pläne eines Kieswerkes am Fuße der Kanisfluh sorgten bei ihrem Bekanntwerden für Aufregung, vor allem im hinteren Bregenzerwald. Kritiker sorgten sich um die Auswirkungen auf das Ortsbild und den Tourismus, Befürworter betonten die Notwendigkeit regionaler Baustoffe und die durch das Kieswerk verkürzten Lieferwege für Kies in Vorarlberg.

Quelle

Bericht VolAT

Beitragsbild VOL.AT/Stiplovsek 26.11.2018 16:59 Uhr

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Zuständige Behörden müssen prüfen

Grundsätzlich hätten die bisherigen Abklärungen gezeigt, dass eine Genehmigungsfähigkeit grundsätzlich gegeben sei, so Wirtschaftslandesrat Karlheinz Rüdisser (ÖVP). Details müssten aber im Zuge des behördlichen Verfahrens abgeklärt werden.

Das Kiesbauprojekt „Unter Argenstein“ biete aber mittelfristig eine Entlastung. Insofern die Abbaumöglichkeit genehmigt werde, sei die Kiesversorgung für rund fünf Jahre gesichert. Danach müsse man weitere Abbaumöglichkeiten prüfen.

Aus der Sicht von Rüdisser sei aber der Abbau „Kanisfluh“ vom Tisch.

Quelle ORF

Bericht ORF

Statt Kanisfluh – Neue Kieshalde wird konkreter

Nach der Kontroverse um den geplanten Kiesabbau der Firma Rüf am Fuß der Kanisfluh sucht das Unternehmen nach einem Alternativstandort. Eine dieser Abbaumöglichkeiten wird nun wahrscheinlicher.

Frischen Kies braucht das Land. Wo im Bregenzerwald die Firma Rüf den begehrten Rohstoff allerdings schürfen darf, ist seit Jahren in der Diskussion. Zuletzt sorgten Pläne über einen Standort am Fuß der Kanisfluh für Aufruhr. Das Projekt liegt weiter zur Prüfung beim Land, in der Zwischenzeit sucht das Unternehmen nach Alternativen.

Elf Standorte zwischen Schröcken und Bregenz wurden laut “ORF Vorarlberg” untersucht. Besonders vielversprechend für die Firma Rüf dürfte der Standort “Unter Argenstein”, direkt neben dem Firmenstandort in Au, sein.

Vorprüfung durch die BH

Das Projekt wurde bereits dem Gemeinderat vorgestellt, die Bezirkshauptmannschaft hat eine Vorprüfung durchgeführt. In den nächsten fünf Jahren könnten nach Unternehmensangaben etwa 100.000 Kubikmeter Kies geschürft werden. Über eine mobile Brücke, die bei Hochwasser innerhalb von zwei Stunden demontiert wäre, soll das Abbaugebiet erreichbar sein.

hier zum gesamten Bericht

Quelle ORF

Bericht BregWaldNewsAT

Bericht ORF

Titelbild ©Screenshot: Google Maps/Digital Globe

 

“As langat”: Umweltschutz marschiert gegen Bodenpolitik

Alpenschutzverein, Alpenschutz, Naturschutzbund und weitere Initiativen wollen in der letzten Augustwoche durch ganz Vorarlberg marschieren, um gegen die Bodenpolitik im Ländle zu demonstrieren.
zur Pressekonferenz

Die Naturschutzgruppen wollen ein starkes Zeichen für eine andere Bodenpolitik, bewussten Naturschutz als Lebens- und Wirtschaftsgrundlage, gegen den aus ihrer Sicht alarmierenden Bodenfraß und gegen Eingriffe in den Wasserhaushalt und Landwirtschaft setzen. Geplant sei ein fünftägiger Protestmarsch quer durch Vorarlberg, erklären die Verantwortlichen am Dienstag 21.08.2018 ab 11 Uhr.

Quelle

Statement zur Pressekonferenz AS LANGAT 21.08.2018

Dass es nicht klug ist, den Ast abzusägen, auf dem man sitzt, ist eine Binsenweisheit.

  • Die Investorengruppe Silvretta Montafon, die den monströsen Beschneiungsspeicher am Schwarzköpfle errichten will, was nicht nur mit einem gravierenden Eingriff in den Wasserhaushalt, sondern für die Befüllung auch mit großem Energieverbrauch verbunden wäre,
  • die drohende Umwidmung bester landwirtschaftlicher Böden in der Landesgrünzone Ludesch zu Industriegelände, verbunden mit massiven Eingriffen in den Wasserhaushalt, vorangetrieben mit Unterstützung politischer Kräfte,
  • das Bauprojekt am Rohrspitz, ein zusätzliches Selbstbedienungsrestaurant zum bestehenden Restaurant, die Ausweitung des Campingplatzes und die Errichtung einer Tiefgarage mitten im bedeutendsten Vorarlberger Europaschutzgebiet, das zudem durch eine Landesverordnung streng geschützt ist, ….

sind u.a. beispielhaft für die Vorgehensweise unserer Behörden.  Dass private monetäre Interessen von Betreibern und nicht der Schutz der Natur und der Ressourcen als öffentliches Interesse gewertet werden, ist skandalös.

All diesen Beispielen ist eines gemeinsam: Sie sägen am Ast, auf dem wir sitzen, indem natürliche Ressourcen des Landes zerstört oder untergraben werden. Dass sich die politisch Verantwortlichen von einer enkeltauglichen Politik verabschiedet haben, ist offensichtlich.

AS LANGAT

Von der Mehrheit der Landesregierung wird der Naturschutzanwaltschaft schon jahrelang die umfassende Parteistellung mit fadenscheinigen Begründungen verweigert.

Dass die Naturschutzanwaltschaft nicht einmal in streng geschützten Naturschutzgebieten Parteistellung hat, dass man sich im Fall Speicher Schwarzköpfle an einer Umweltverträglichkeitsprüfung vorbeischwindeln kann, dass die Naturschutzanwältin zwar eine Stellungnahme abgeben kann, die in den meisten Fällen aber übergangen wird, ist nicht länger hinnehmbar.

Deshalb ist es unumgänglich geworden, mit einer Demonstration ein starkes Zeichen des Protestes mit Einbeziehung der Bevölkerung zu setzen.

 Franz Ströhle, Obmann Vlbg. Alpenschutzverein

Flugblatt Demo Naturschutz Programm
Flugblatt Demo Naturschutz

Vorarlberg will Kies- und Gesteinsabbau im Land ausbauen

Der Gesteinsabbau in Vorarlberg wird in Zukunft massiv zurückgehen und damit kaum noch zur heimischen Nachfrage beitragen können. Das zeigt eine heute vom Land Vorarlberg vorgestellte Studie. Der Abbau von Kies und Gestein in Vorarlberg wird in den nächsten zehn Jahren von 2,75 Mio. auf 0,75 Tonnen zurückgehen. Der Jahresbedarf der Vorarlberger Bauwirtschaft von vier Mio. Tonnen pro Jahr würde damit kaum noch durch heimische Produktion gedeckt werden können. Eine Studie empfiehlt nun etwa die Erweiterung bestehender Abbauflächen und in geringem Umfang Nassbaggerungen zu bewilligen.

Abhängig von Importen

Die Problematik ist für Landeshauptmann Markus Wallnerund Landesstatthalter und Wirtschaftslandesrat Karlheinz Rüdisser (beide ÖVP) eindeutig: “Tun wir nichts, werden wir komplett abhängig von Importen.” Schon heute deckt Österreichs westlichstes Bundesland seinen Bedarf an Kies und Gestein zu einem Teil aus Importen. Von den zugekauften 660.000 Tonnen stammen nur 15 Prozent aus Restösterreich, vor allem aus Tirol und zu einem kleinen Teil aus Salzburg. 60 Prozent – vor allem Kies, Betonkies und Asphaltkies – werden aus Deutschland importiert.

Bestehende Felder erweitern

Die Vorarlberger Landesregierung hat aus diesem Grund eine Studie in Auftrag gegeben. Diese empfiehlt, nach Möglichkeit bestehende Abbaufelder zu erweitern. “Wir werden uns aber auch darum kümmern müssen, neue Kiesabbauflächen zu erschließen”, sagte Karlheinz Rüdisseram Dienstag nach der Regierungssitzung. Zu diesem Zweck will die Landesregierung auch wieder “in beschränktem Umfang” Nassbaggerungen bewilligen. Diese wurden vor 20 Jahren eingestellt. “Wir machen uns das nicht leicht. Nassbaggerungen müssen ganz sauber rechtsstaatlich abgeklärt werden”, versprach Wallner eine sensible Abwägung und Berücksichtigung der unterschiedlichen Interessen. Diese Art der Kiesgewinnung sei ein Eingriff in die Natur und erfordere “intensive wasserrechtliche und -wirtschaftliche Abklärungen”, ergänzte Rüdisser.

Mangel an Wasserbausteinen

Besondere Bedeutung maßen der Landeshauptmann und sein Stellvertreter der Gewinnung von Wasserbausteinen zu. In Vorarlberg werden davon derzeit jährlich rund 215.000 Tonnen abgebaut, etwa 170.000 Tonnen werden verbaut. Im Falle eines Hochwassers aber auch im Hinblick auf das Hochwasserprojekt “Rhesi – Rhein – Erholung – Sicherheit” fehlten “erhebliche Mengen”. Die Studie empfiehlt in diesem Zusammenhang, neue Bewilligungen für Steinbrüche im ganzen Land anzustreben. “Durch eine vorausschauende Planung können Eingriffe in schützenswerte Gebiete, wie sie nach dem Hochwasser 2005 nötig waren, vermieden werden”, argumentierte Rüdisser. Folgeuntersuchungen sollen nun Potenziale für Kies- und Gesteinsabbau in Vorarlberg erheben.

Quelle VolAT
Quelle ORF
Quelle HeuteNews

Bericht ORF Vorarlberg Teil1
Bericht ORF Vorarlberg Teil2