Grüne bringen Kanisfluh in den Landtag

Der Kiesabbau an der Kanisfluh wird zum Thema im Vorarlberger Landtag. In einer Anfrage an Naturschutzlandesrat Johannes Rauch (Grüne) verweisen die Grünen auf das Naturschutzgesetz. Das Gesetz bietet laut Grünen Möglichkeiten, eine überschießende wirtschaftliche Verwertung von Natur und Landschaft einzugrenzen. Neu ist der Vorschlag nicht: Bereits Ende August hat die Partei diese Überlegung ins Spiel gebracht.

Grüne: Kies wird gar nicht gebraucht

Auch einen weiteren Punkt deuten die grünen Abgeordneten in ihren Fragen an: Es könne sein, dass es den Kanisfluh-Kies gar nicht brauche. Die Firma Ros-Rock Steinbruch aus dem Umfeld der Firma Rüf, die den Kiesabbau will, habe 2010 in einem Brief geäußert, dass der Bedarf an Kies langfristig gedeckt sei. Das bestätigt auch Landesrat Johannes Rauch in seiner Beantwortung der Anfrage.

Das Unternehmen Rüf will an der Nordseite der Kanisfluh in 30 Jahren 800.000 Kubikmeter Gestein abbauen. Die Initiative „Üsa Kanis“ läuft seit Monaten Sturm gegen das Projekt. Vor einer Woche überreichten Vertreter der Initiative Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) 4.087 Unterschriften von Gegnern des Projekts.

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ORF Bericht

Debatte um Kanisfluh geht munter weiter

Unterschutzstellung der Kanisfluh ist Thema einer Anfragebeantwortung. Das Pro und Kontra einer Unterschutzstellung der Kanisfluh im Bregenzerwald läuft seit Längerem. Und lässt keine(n) kalt. Zu einem VN-Stammtisch, bei dem Befürworter und strikte Gegner eines geplanten Kiesabbaues durch die Firma Rüf am Podium saßen, waren mehr als 500 Besucher nach Schnepfau gekommen. Jetzt liegt die Beantwortung einer Anfrage der Abgeordneten der Grünen, Adi Groß, Christoph Metzler und Sandra Schoch, an Landesrat Johannes Rauch (58, Grüne) vor. Im Hinblick auf die Abwägung der unterschiedlichen Interessen stelle sich auf die Frage, ob das Argument der mangelnden Versorgung des Bregenzerwaldes mit Baurohstoffen, sollte die Kiesgewinnung an der Kanisfluh genehmigt werden, „überhaupt einer sachlichen Überprüfung entlang der Fakten standhält“. Aus Sicht des Natur- und Landschaftsschutzes werde „die ökologische landschaftsbildliche Bedeutung der Kanisfluh als sehr hoch eingeschätzt“, schreibt Rauch in seiner Beantwortung.

Land kann Schutz verordnen

„Aus Sicht des Natur- und Landschaftsschutzes wird die ökologische landschaftsbildliche Bedeutung der Kanisfluh als sehr hoch eingeschätzt“, schreibt Rauch. Als bedeutendste Expertise zu diesem Thema gelte das Biotopinventar Vorarlbergs, sagt Rauch.

„Daneben gibt es eine Expertise der Fachabteilung über eine Unterschutzstellung der Kanisfluh.“ Gemäß dem Gesetz über Naturschutz und Landschaftsentwicklung (GNL) könnten Gebiete mit einer Verordnung der Landesregierung zu Europaschutzgebieten erklärt werden.

Nachsatz: „Um den Bereich Kanisfluh in seiner Einmaligkeit gesamthaft erhalten zu können, wäre wohl die Kategorie Europaschutz- oder Naturschutzgebiet anzustreben.“ Für eine Unterschutzstellung wäre jedenfalls eine Schutzgebietsverordnung mit einem Abgrenzungsvorschlag zu erarbeiten „und mit den betroffenen Gemeinden zu besprechen“, meint Rauch und verweist auf ein Schreiben aus dem Jahr 2010 der Firma Ros-Rock Steinbruch, deren Mehrheitseigentümer die Gebrüder Rüf sind. In diesem Schreiben werde das Land darauf hingewiesen, dass der Bedarf an Baurohstoffen in der Region bis 2019 gedeckt sei. VN-tw

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VN Bericht

Kiesabbau an der Kanisfluh

Als gebürtige Mellauerin sind mir die Sprengungen im Steinbruch Bengath und die beladenen Lkw, die durchs Dorf talauswärts fuhren in Erinnerung geblieben. Beim geplanten Kiesabbau wird es nicht anders sein. Die Kanisfluh in ihrer unberührten Schönheit, Sommer wie Winter, wird nie mehr das sein, was sie heute ist. Die Auswirkungen in 30 Jahren weiß mit und ohne Gutachten niemand. Es geht wie so oft um Profit und Gewinn. Auch die Firma Rüf wird einen anderen, vielleicht nicht so günstig gelegenen Standort finden. Für uns Wälder lohnt es sich, uns für den Erhalt der Kanisfluh einzusetzen und zu kämpfen. Die nachkommenden Generationen werden dafür dankbar sein. Von den verantwortlichen Politikern in der Landesregierung hoffen wir, dass sie diesem Eingriff nie zustimmen werden.

Fam. Marianne Heinzle,
Priorin-Schaffner-Straße, Altenstadt

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VN Leserbrief

Dr. Arnulf Häfele

Warum? Warum müssen gerade wieder so viele Mitbürger dafür kämpfen, dass der Kanisfluh, diesem Wahrzeichen und Werbeträger des Bregenzerwaldes, nicht der Fuß abgegraben wird, um Kies zu gewinnen? Wir haben doch eine Landesregierung, die ein so unfassbares Unterfangen schon im Vorfeld zum Erliegen bringt, oder? Warum hat der Landesrat für Naturschutz, der aus dem Bregenzerwald stammt, den Betreibern dieses Projekts nicht schon im Vorfeld die rote Karte gezeigt? Fragen über Fragen. Es zeigt sich wieder und wieder, dass die Landespolitiker der Mehrheitspartei, die andere Probleme gut gelöst haben, in Fragen des Natur- und Landschaftsschutzes ziemlich feige und mutlos sind.

Aber man kann als Politiker nicht dauernd den Kopf einziehen. Wenn jemand im Land auf die Idee kommt, an der Nordseite der Kanisfluh 800.000 Kubikmeter Gestein abzubauen, dann hätte ein Landeshauptmann die verdammte Pflicht, die Herren an den Tisch zu laden und ihnen im Interesse des Landes zu erklären, dass dies gerade bei der Kanisfluh in dieser europaweit angesehenen Tourismusregion nicht möglich ist. Damit wäre auch der Betreiberfirma gedient, die wahrscheinlich schon einiges Geld in diese verirrte Idee investiert hat. Es gibt einen feinen Unterschied: Man kann als Politiker ein Land verwalten oder führen. Wenn man Vorarlberg nur verwaltet, wird man mit Hinweis auf den Rechtsstaat einen Betreiber beim Wunsch nach einem Kiesabbau an der Kanisfluh auf die Bezirkshauptmannschaft verweisen, dort ein Verfahren eröffnen, vielleicht Alternativen prüfen und hoffen, dass die Amtssachverständigen wissen, bei wem sie angestellt sind. Wenn man aber ein Land führt, wird man bei einem ersten Gespräch auf die möglichen Verfahren verweisen, aber gleich auch erklären, dass die Verwirklichung dieser abstrusen Idee an dieser Stelle dem Tourismus unwiederbringlichen Schaden zufügen würde, vom Landschaftsschutz ganz zu schweigen.

Nur wenige Monate nach dem Grünzonendebakel in Weiler waren nun auch die Bregenzerwälder gezwungen, Unterschriften gegen die Verunstaltung ihrer Heimat zu sammeln. Solche Bürgerinitiativen sind nur dann notwendig, wenn die zuständigen Politiker schon im Vorfeld versagt haben. Das müsste der Landesregierung zu denken geben. Vom Naturell her ist Landeshauptmann Wallner wohl auch ein Gegner des Kiesabbaus am heiligen Berg, aber er hat den ÖVP-Wirtschaftsbund wie einen Klotz am Bein. Der ÖVP-Wirtschaftsbundchef und Bregenzerwälder Hotelier Hans Peter Metzler schweigt und lässt lieber die anderen Hoteliers für die Erhaltung der touristischen Lebensgrundlage kämpfen. Und der Bregenzerwälder Walter Natter will als Geschäftsführer des ÖVP-Wirtschaftsbundes wohl auch seine Pfründe nicht gefährden. Sie alle könnten mit den Baggerboys singen: „Meor baggarot dor Kanisfluoh dor Sockl uafach weg, und füllod uf und scharrod zuo denn mit dam Häusle-Dreck.“ Ist dem Wirtschaftsbund nichts mehr heilig?

Dr.phil. et Dr. jur. Arnulf Häfele
Historiker und Jurist. Er war langjähriges Mitglied des Vorarlberger Landtags.

4087 Unterstützer für die Kanisfluh

Initiative „Üsa Kanis“ wurde bei Landeshauptmann Markus Wallner vorstellig. Das Mahnfeuer auf der Kanisfluh verfolgten knapp 400 Menschen. Noch mehr kamen zum VN-Stammtisch, der Mitte August in Schnepfau stattfand. Zwischenzeitlich haben sich nicht nur die „Baggerboys“ Ulrich Troy, George Nussbaumer und Wolfgang Verocai mit ihrem neuen Song als Problemlöser in der Diskussion offeriert. Die Grünen beispielsweise sprachen sich dafür aus, die Kanisfluh großflächig unter Naturschutz zu stellen. Und die Landesregierung möchte untersuchen lassen, ob überhaupt Kiesmaterial im Bregenzerwald benötigt wird und wie viel Kapazität die derzeitigen Abbaustätten zur Verfügung stellen können.

Über 4000 Unterschriften

In Kanisfluh-Mission begaben sich am Dienstagmorgen auch Markus Zwischenbrugger, Lothar Kündig, Erwin Kohler und Manfred Felder von der Bürgerinitiative „Üsa Kanis“ auf den Weg ins Landhaus nach Bregenz: Sie überreichten Landeshauptmann Markus Wallner exakt 4087 Unterschriften, die sie seit 1. Juli online und handschriftlich „für die Erhaltung der Kanisfluh als Denkmal und Wahrzeichen des Bregenzerwaldes und gegen den Kies- und Steinabbau an der Kanisfluh“ gesammelt hatten.

„Herzenssache“

„Die ganze Geschichte liegt uns sehr am Herzen. Jedes andere Gebiet wäre vielleicht nicht so emotional gewesen“, machte Markus Zwischenbrugger bei der Übergabe vor der Regierungssitzung noch einmal deutlich. Der Landeshauptmann zumindest versicherte: „Wir schauen es uns an.“

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VN Bericht

Ist auch ein Werbeträger für Region

Die Bürgerinitiative „Üsa Kanis” überreichte gestern Vormittag ­LH Wallner ihre Petition. 4087 Unterschriften haben die Initiatoren gesammelt, um den Kiesabbau an der Kanisfluh zu verhindern. „Üsa Kanis“-Sprecher Markus Zwischenbrugger machte bei der Übergabe nochmals deutlich, wie wichtig die Kanisfluh der Bregenzerwälder Bevölkerung sei. „Es ist nicht nur ein Denkmal, ein Wahrzeichen, es ist auch ein Werbeträger für die ganze Region“, so Zwischenbrugger. Auch betonte er, dass „Üsa Kanis“ nicht im Allgemeinen gegen Kies- und Steinabbau sei, da dieser für die Wirtschaft wichtig ist, sondern gegen den Abbau „an diesem Standort“.

Daten und Fakten sammeln

Wallner sicherte zu, dass zuerst alle Daten und Fakten über den Bedarf und mögliche Alternativstandorte auf den Tisch kommen, bevor Entscheidungen getroffen werden.

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Wann&Wo Bericht
Wann&Wo Bericht2

Erfolgreiche Petition zum Schutz der Kanisfluh

Nach Ablauf der Zeichnungsfrist der Petition zum Schutz der Kanisfluh übergab die Bürgerinitiative „Üsa Kanis“ am 5. September 2017 dem Vorarlberger Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) im Landhaus Bregenz die Unterschriften von 4.087 Unterstützern.

Die Übergabe wurde von einem größeren Presseaufgebot begleitet. Gemeinsam mit dem Alpenschutzverein für Vorarlberg, dem Alpenverein und dem Naturschutzbund setzt sich die Initiative für den Erhalt der Kanisfluh in ihrer natürlichen Schönheit und Erhabenheit ein.

„Für die Bevölkerung des Bregenzerwaldes sei die Kanisfluh etwas ganz Besonderes“, betonte „Üsa Kanis“-Sprecher Markus Zwischenbrugger anlässlich der Unterschriftenübergabe. „Sie ist nicht nur ein Denkmal, ein Wahrzeichen, sondern auch ein Werbeträger für die ganze Region.“ Zwischenbrugger stellte diesbezüglich klar, dass die Initiative sich nicht gegen ein generelles Kies- und Steinabbauverbot im Bregenzerwald ausspricht. Nur ist die Wahl des Standortes aus Sicht der betroffenen Bevölkerung und aller Naturliebhaber inakzeptabel!

Gegenüber den Petenten sicherte Landeshauptmann Wallner zu, dass zuerst alle Daten und Fakten über den Bedarf und mögliche Alternativstandorte auf den Tisch kommen, bevor weitere Entscheidungen getroffen werden. Ähnlich hatte sich Wallner zuletzt gegenüber dem ORF Vorarlberg geäußert. Das Auer Bauunternehmen Rüf will an der Nordseite der Kanisfluh in 30 Jahren 800.000 Kubikmeter Gestein abbauen.

„Üsa Kanis“ läuft seit Monaten Sturm gegen das Projekt. Allein in den ersten drei Wochen verzeichnete die Website der Initiative rund 15.000 Zugriffe. An einer Lichterkette auf dem Grat der Kanisfluh im Juli, die „Üsa Kanis“ gemeinsam mit dem Alpenschutzverein, dem Alpenverein und dem Naturschutzbund veranstaltete, beteiligten sich etwa 400 Personen.

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